SG NARVA Berlin - SG Polizei/Tegel 28:28
Was lange währt, wird endlich gut...
Das Endspiel um die Berliner Meisterschaft hätte keinen würdigeren Rahmen finden können. Allein 200 NARVA-Supporter hatten sich im Crystal Palace eingefunden und machten damit zwei Drittel unter den Zuschauern aus. Nicht nur für Mathematik-Genies sollte daher erkennbar sein, dass die daraus resultierende Kulisse in der Berliner Verbandsliga noch nie erreicht wurde. Die Forcki-Kickers (Spieler der mD-Jugend), die auch beim Viertelfinale der Fußball-WM in Berlin Fahnenträger sein werden, präsentierten dem Publikum vor Spielbeginn die Standarte der BSG NARVA Berlin. Eine Geste, die sicher nicht nur den "Alten" Rührung verschaffte.

Die Begegnung begann vielversprechend. Denn wir zeigten uns enorm abwehrstark und sicher im Abschluss. Unser Gast konnte sein Erfolgskonzept, das Tempospiel, daher nicht aufziehen und befand sich nach neun Minuten mit 1:6 im Hintertreffen. Nun vermehrte Eigensinnigkeiten und Fehlabspiele unsererseits erlaubten vor allem dem Torschützenkönig der Verbandsliga, Kai Barschdorf, die SG PSV/Tegel durch Konterläufe im Spiel zu halten (7:6). Eine nun wieder konzentriertere Phase ermöglichte uns dann aber wieder eine komfortablere Führung (11:7). Als dann Überzahlsitualtionen nicht konsequent genug ausgespielt wurden, vergaben wir diesen Vorteil und kassierten zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt, nämlich mit dem Pausenpfiff, den 12:12-Ausgleich.

Ohne den zu erwartenden Knick starteten wir in den zweiten Durchgang und legten vor (15:12). Erneut erfolgloses Überzahlspiel ermöglichte unserem Kontrahenten wieder aufzuschließen. Eine sehr ausgeglichene Periode folgte (20:19), bis sich der bis dahin zwar kaum in Erscheinung getretene Robert Kretschmann (2 Tore) verletzte. Parallelen zum Hinspiel schienen aufzukommen, wurden aber nicht bestätigt. Denn zunehmende Nervosität machte sich in unseren Reihen breit, so dass kaum noch strukturierte Angriffsaktionen zu sehen waren. Folgerichtig ging der Tabellenführer mit 24:21 in Front. Aber es wäre nicht die Mannschaft der letzten 20 Spiele gewesen, hätte sie sich nun aufgegeben. Denny Fiddike übernahm jetzt Verantwortung und leitete die Aufholjagd ein, die - begünstigt durch einen gehaltenen Strafwurf, Zeitstrafen und endlich konsequentes Überzahlspiel - zum 25:24 führte. Jetzt waren selbst die letzten Zuschauer gefesselt von dieser Auseinandersetzung. Ohrenbetäubende Unterstützung wurde beiden Mannschaften zuteil, die wir allerdings zunächst nicht nutzen konnten. Beim Stand von 27:28 (58:30 min) verloren wir den Ball und alles schien gelaufen. Erst als der Gegner aus freier Position von Linksaußen scheiterte, keimte wieder Hoffnung auf. Der folgende Angriff unsererseits konnte nur mit einem Foul gestoppt werden, das zum Strafwurf führte. Sascha Arndt, der lang auf die Ausführung des 7-Meters warten musste, zwang Christian Krych durch Täuschung auf den Boden und klinkte ins verwaiste Tor ein. Siebzehn Sekunden verblieben den "Polizisten", um noch den Sieg zu erzielen. Aggressive Verteidigung verhinderte einen direkten Weg zum Abschluss, aber ein finaler Freiwurf folgte, der neben das Tor gesetzt wurde. Der Rest war Freude, Erleichterung und sehr feucht...

Fazit: Es ist geschafft! Viele Jahre der Versuche in allen Altersklassen liegen hinter uns. Und jetzt ist die SG NARVA Berlin Erster! Großen Respekt an die Mannschaft, die es UNS ermöglichte. Vielen, vielen Dank an die vielen Helfer im Umfeld! Und eine Verbeugung an dieses Publikum, das dieses Erlebnis einmalig machte.

Tor: Torsten Fehling, Mathias Kurt, Martin Fließ, Christian Salewsky
Feld: Sascha Arndt, Richard Blask, Jens Brenner, Sven Engelein, René Engelein, Denny Fiddike, Sebastian Gustke, Michael Hagen, Torsten Jahr, Gregor Ilg, Torsten Lips, Sven Jurzitza, Roland Monjau, Stephan Schlotterbeck, Marko Schulze, Christian Radke, Benjamin Weidmann