Relegation um den Aufstieg in die Bezirksliga
Puh! Diese "Äußerung" kam so manchem über die Lippen, als es zur "Nachlese" des Dargebotenen kam. Und das sicher in vielfacher Hinsicht, wie nachfolgend ersichtlich sein wird.

Was sollte das heute werden? Alles andere als ein Selbstläufer - das war klar. Zu schwer konnte man die jeweils Zweitplatzierten ihrer Staffel einschätzen und zudem hatte sich während und nach der Saison unser Kader durch Verletzungen immer mehr ausgedünnt, so dass man wenigstens noch acht Feldspieler zusammenkratzen konnte, die neben dem TW-Gespann Knorr/Naase den Aufstieg realisieren sollten. Leider waren zunächst die Zuständigkeiten, die Durchführung des Turniers betreffend, im Horst-Korber-Sportzentrum unklar. Aber der zufällig aufgrund eines Trainerlehrgang anwesende Azubi der SG NARVA und des HVBs, Nico Schwarz, konnte durch Herbeiführung fehlender Spielprotokolle für Abhilfe sorgen. Danke dafür! Verspätet konnte also erst begonnen werden.

Im ersten Spiel trafen wir auf den SC Siemensstadt II, der routiniert auftrat. Trotzdem wollten wir dieses Spiel gleich für uns entscheiden, damit man dem Rest der Veranstaltung gelassener begegnen konnte. Mit gutem Tempo begann man auch und erspielte sich in der ersten Hälfte (2x20 min) eine Führung von teilweise vier Treffern. In die Pause brachten wir aber nur einen Vorsprung von 10:8.

Im weiteren Verlauf bekam unsere Deckung den bestimmenden Akteur der Gäste, Jürgen Leyer (9 Tore), aber immer weniger in den Griff. Hinzu kam, dass wir überhastete Aktionen starteten, die wenig erfolgreich waren. So gestaltete sich dieser Abschnitt sehr ausgeglichen. Schade nur, dass wir leichtfertig den Ball verloren, als es ca. eine Minute vor Schluss 18:18 stand. Der folgende Angriff wurde vom Gegner zum Torerflolg genutzt, so dass zu wenig Zeit verblieb, noch auszugleichen. Grenzenloser Jubel auf Seiten der Siemensstädter nach dem Abpfiff, da sie einen Sieg wohl nicht erwartet hatten.

Feld:Simon Adrian (5), Markus Koenig (5), Thomas Knorr (4), Thomas Berg (2), Heiko Thomas (1), Hardy Krüger (1), Marcel Kleeblatt, Manuel Schriek


Deprimiert und sichtlich geschlaucht (hohe Temperaturen in der Halle) schlichen unsere Protagonisten vom Feld. Hatte man nun alles verspielt? Diese Mischung aus Erschöpfung und Enttäuschung sollte aber innerhalb weniger Minuten wieder in Motivation umgewandelt werden. Denn der kühle Rechner Heiko hatte am schnellsten begriffen, dass uns doch "bei einem Sieg mit 2 Toren Unterschied" im nächsten Spiel gar nichts mehr passieren könnte. Allein der fehlende Glaube daran, sich nach den vorherigen Strapazen gegen die ausgeruhten Tegeler durchzusetzen, zauberte nur ein müdes Lächeln auf die Gesichter der Vierten.

Trotz einer aufmunternden Ansprache von Coach Schumacher präsentierte sich die Mannschaft eher ausgelaugt und versuchte, im Angriff Kräfte zu sparen, indem früh und unvorbereitet abgeschlossen wurde. Daher gerieten wir früh in Rückstand. Wäre da nicht Mario zur Stelle gewesen, als der VfL zweimal die Möglichkeit hatte, seinen Vorsprung durch Strafwürfe auf drei Treffer auszubauen - es hätte wohl kein Aufbäumen mehr gegeben. Doch von nun an glaubte man an seine Chance und das eigentlich überlegene spielerische Potential. Also blieb man bis zum 6:5 zur Pause dran.

Thomas Knorr (von Krämpfen geplagt), Markus Koenig (unterstützt von seiner heimatlichen Fangemeinde), Simon Adrian und Thomas Berg, die so gut wie 80 Minuten auf dem Parkett standen, drehten die Begegnung nach Überwindung des "inneren Schweinehundes" doch noch zu unseren Gunsten. Knorri im Tor steigerte sich ebenfalls. "Manu" Schriek stellte dann die Weichen endgültig auf Sieg, als er in kurzer Folge einen Strafwurf zog und danach auch noch souverän von der Linksaußen-Position einnetzte. 12:9 . Aufstieg? Nein! Tegel kam noch einmal heran (12:11) - AUS!

Feld:Markus Koenig (5/3), Simon Adrian (3/1), Thomas Knorr (1), Manuel Schriek (1), Hardy Krüger (1), Thomas Berg (1), Marcel Kleeblatt, Heiko Thomas


Was nun? Es hätte schon viel geschehen müssen, dass es nicht zum zweiten Patz des Turniers und damit zum Aufstieg gereicht hätte. Die Rechnereien erübrigten sich aber nach dem klaren Sieg (ca. 8 Tore Unterschied) des SC Siemensstadt II gegen den VfL Tegel, so dass die Vierte der SG NARVA im nächsten Jahr in der Bezirksliga antreten wird!

Fazit: Großartige kämpferische Leistung, Jungs! Allen Widrigkeiten zum Trotz hattet ihr am Ende wohl doch den längeren Atem! Und Marcel: Es war heute nicht dein Tag, aber unser aller! ;-)

Handball! Ssssssst!